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Spritverbrauch richtig berechnen

Praxis · Lesezeit rund 4 Minuten

Der Bordcomputer zeigt eine Zahl, das Datenblatt eine zweite und die Tankstellenrechnung legt eine dritte nahe. Verlässlich ist nur eine davon – die, die du selbst aus getankten Litern und gefahrenen Kilometern ausrechnest.

Die Formel

Der Verbrauch in Litern auf 100 Kilometer ergibt sich aus:

Getankte Liter ÷ gefahrene Kilometer × 100 = Liter / 100 km

Mehr ist es nicht. Die ganze Schwierigkeit liegt darin, beide Zahlen sauber zu bekommen – und genau dafür gibt es die Volltank-Methode.

Die Volltank-Methode in drei Schritten

  1. Volltanken und Kilometerstand notieren. Randvoll bis zur ersten Abschaltung der Zapfpistole, danach nicht nachfüllen. Den Kilometerstand aufschreiben oder den Tagesstreckenzähler auf null setzen.
  2. Normal fahren. Am besten über eine ganze Tankfüllung, damit sich Stadt, Landstraße und Autobahn mischen.
  3. Wieder volltanken. An derselben Zapfsäule, wieder bis zur ersten Abschaltung. Die jetzt getankte Menge ist genau das, was auf der gefahrenen Strecke verbraucht wurde.

Warum dieselbe Zapfsäule? Der Punkt, an dem die Pistole abschaltet, hängt von Fahrzeugneigung und Säule ab. Gleiche Säule und gleicher Stellplatz halten diesen Fehler klein. Für eine einzelne Tankfüllung macht das leicht einen halben Liter aus – über zehn Tankfüllungen mittelt es sich heraus.

Rechenbeispiel

Beim zweiten Volltanken zeigt die Säule 47,3 Liter, der Tagesstreckenzähler 612 Kilometer.

SchrittRechnungErgebnis
Liter je Kilometer47,3 ÷ 6120,0773
Auf 100 km hochrechnen0,0773 × 1007,73 l/100 km
Kosten je 100 km bei 1,689 €/l7,73 × 1,68913,06 €

Warum der Bordcomputer abweicht

Bordcomputer rechnen nicht mit getankten Litern, sondern schätzen aus der Einspritzmenge. Das ist systematisch, aber nicht exakt, und die Abweichung geht in aller Regel nach unten. Typisch sind ein paar Prozent zu wenig. Für den Vergleich zweier Fahrstile taugt die Anzeige trotzdem – nur für die Kostenrechnung nicht.

Die Herstellerangabe wiederum stammt aus einem genormten Prüfzyklus. Sie ist als Vergleichswert zwischen Modellen gedacht, nicht als Vorhersage für deinen Arbeitsweg.

Was Veränderungen verraten

Interessant ist weniger der absolute Wert als sein Verlauf über mehrere Tankfüllungen. Steigt der Verbrauch dauerhaft um mehr als etwa zehn Prozent, ohne dass sich Strecke oder Jahreszeit geändert haben, lohnt ein Blick auf:

Im Winter sind fünf bis fünfzehn Prozent mehr normal: Kaltstarts, längere Warmlaufphasen, Winterreifen und die Heizung fordern ihren Anteil.

Verbrauch, der sich selbst ausrechnet

My Car Agent rechnet den Verbrauch aus jeder Tankfüllung automatisch, zeigt den Verlauf als Kurve und die Kosten je 100 Kilometer. Den Beleg fotografierst du – Menge, Preis und Datum trägt die KI selbst ein.

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